Alltagsbilder

Das kalte Büfett: Menschen mit Stier-Betonung drängeln sich gern ein wenig vor. Dahinter steht die Sorge: „Wenn ich in der Mitte oder am Ende der Schlange stehe, bekomme ich nichts mehr ab." Das darf nicht sein, weil damit die elementarste Ur-Angst berührt wird.

Die Herde: Verdichtung von Energie findet man im Tierreich bei allen Tieren, die in Herden leben. Eine Herde ist eine Ansammlung einzelner Teilchen an einem Ort. Und sie zeigt das Prinzip der Absicherung: In einer Büffelherde stehen die Jungtiere in der Mitte, die schutzbedürftigen Körper. Außen stehen die starken Tiere und halten den Revierverletzer fern — den Tiger, den Löwen, also das Widder-Prinzip. Gemeinsam sind wir stark. Die Herde ist verdichtete, gesammelte Energie — wie eine Batterie, in der gesammelte Energie stärker ist als einzelne.

Beim Menschen nennt Hensel das, mit einem Augenzwinkern, Gruppengefühl oder Vereinsmeierei: sich gesellig zusammenfinden. Das Stier-Prinzip ist das Schutz-Prinzip.

Der Siedler: Nach der Phase des Jägers (Widder) will der Mensch sich irgendwann ausruhen, sich niederlassen, sich ansiedeln. Hat er das getan, sichert er seinen Raum gegen andere Räume ab. Er zieht einen Zaun und sagt: Bis hierhin und nicht weiter. Dazu gehört der Wunsch, eine Familie zu gründen — sichtbare Nachkommen in die Welt zu setzen. Hensel beobachtet bei Stier-Betonung häufig den Wunsch nach vielen Kindern und deutet ihn, auf das Urprinzip hin formuliert, als Wunsch, Materie im Raum sichtbar werden zu lassen.

Wer eine Stier-Betonung hat und das ganz ablehnt, hat sich nicht „verrechnet": Ein Prinzip, das im Geburtsbild angelegt ist, kann auch verneint werden. Über dieses Ja- oder Nein-Sagen zu einem Prinzip sprechen wir später.

Schema „Herde: Jungtiere im Zentrum, starke Tiere außen, Revierverletzer davor" — das Schutz-Prinzip