Das Kernvideo zu dieser Lektion wird produziert. Bis dahin steht hier der Sprechtext.

Videoskript A-02 — Widder · Mars · Feld 1

Szene 1 — Der Grashalm

BILD: Asphalt einer Straße, ein Grashalm wächst durch einen Riss; darüber blendet der Tierkreisring ein, Widder hervorgehoben

Stell dir einen kleinen Grashalm vor. Über ihn wird eine Autobahn gebaut. Zentimeterdicker Beton. Und ein paar Wochen später ist der Halm wieder da. Er hat sich durch den Beton ans Licht gebahnt.

Woher nimmt so ein Halm diese Kraft? Genau darum geht es im ersten Lebensprinzip. Widder, Mars, Feld 1.

Szene 2 — Vor dem Anfang

BILD: Tierkreisring, alle Zeichen grau, Widder leuchtet; Textkarte „Der Beginn des Lebens"

Die AstroPolarity-Lehre sagt: Der Tierkreis spiegelt das ganze Leben. Der Beginn des Tierkreises ist der Beginn des Lebens. Nicht eines bestimmten Lebens. Des Lebens überhaupt.

Das gibt dem Widder eine Tiefe, die ihm viele nicht zutrauen. Hensel sagt sogar: Der Widder steht noch vor dem Anfang. Denn dass etwas sichtbar wird, dass Materie entsteht, das kommt erst im zweiten Prinzip. Im Stier.

Und gleichzeitig ist der Widder das einfachste aller Prinzipien. Es gibt nur wenige Dinge, die man über seinen Kern wissen muss. Die schauen wir uns jetzt an.

Szene 3 — Ur-Energie

BILD: Textkarte „Ur-Energie", darunter die Wörter Chi · Ki · Prana · Orgon · Libido

Im Widder gibt es keine Formen. Keine Gestalten. Keine Räume. Es gibt nur Energie. Hensel nennt sie Ur-Energie. Die Energie, die in allem steckt, was lebt.

Alle Kulturen haben dafür einen Namen. Die Chinesen sagen Chi. Die Japaner Ki, wie in Aikido. In Indien heißt sie Prana. Wilhelm Reich nannte sie Orgon. Und Carl Gustav Jung nannte sie Libido, die Lebensenergie an sich. Das ist die Energie, die die APL im Widder sieht.

Hensels Bild dafür: Benzin. Solange es keine Autos gibt, nützt Benzin nichts. Aber ohne Benzin fährt kein Auto. Widder ist die Energie, die das Leben braucht, um überhaupt anzufangen.

Szene 4 — Ohne Richtung

BILD: Glasplatte mit verstreuten Metallspänen, nichts bewegt sich

Jetzt kommt der entscheidende Gedanke. Wenn am Anfang nur diese Energie da ist, dann gibt es außer ihr nichts. Keinen Raum. Und auch kein Ziel.

Eine Richtung braucht ein Ziel. Ein Ziel wäre etwas anderes als die Energie. Und das gibt es im Widder noch nicht. Also ist die Widder-Energie richtungslos. Aus sich selbst heraus.

Stell dir Metallspäne auf einer Glasplatte vor. Sie liegen da. Sie führen ein Dasein. Sonst nichts.

Szene 5 — Reaktiv, nicht aktiv

BILD: Textkarte „nicht aktiv — reaktiv"; daneben Gewitterhimmel, ein Baum auf freiem Feld

Hier setzt die APL sich von vielen Büchern ab. Dort heißt es: Der Widder ist aktiv. Hensel sagt: Das ist falsch. Aktiv sein hieße, aus sich selbst heraus eine Richtung zu haben. Das kann der Widder nicht.

Der Widder ist reaktiv. Jede scheinbare Aktion ist eine Reaktion auf einen Reiz von außen. Er agiert nicht. Er reagiert.

Das ist keine Abwertung. Reaktiv ist nicht schlechter als aktiv. Es ist eine andere Bedingung für Verhalten. Von außen sieht eine Widder-Reaktion oft sehr energiegeladen aus. Aber im Kern ist es eine Antwort.

Denk an den Blitz. Bevor er sichtbar wird, wartet eine ungeheure Menge Energie am Himmel. Ohne Richtung. Steht irgendwo ein Baum, dann reagiert die Energie auf dieses Ziel. Sie bündelt sich und schlägt ein.

Szene 6 — Zeichen, Planet, Feld

BILD: Radix, das Zeichen Widder, der Planet Mars und Feld 1 leuchten nacheinander auf

Nach der Grundregel zeigt sich jedes Prinzip dreifach. Als Zeichen Widder. Als Planet Mars. Als erstes Feld, das am Aszendenten beginnt.

Alle drei tragen denselben Kern. Ur-Energie. Richtungslos. Reaktiv. Auf Überleben angelegt.

Szene 7 — Der Widder muss siegen

BILD: Der Grashalm aus Szene 1, jetzt in Nahaufnahme; Textkarte „Der Widder muss siegen"

Zurück zum Grashalm. Hensel sagt: Das Leben sucht immer einen Weg, sich selbst zu erhalten. Auch gegen extremste Widerstände. Wie das funktioniert, weiß niemand. Aber wir sehen es.

Deshalb muss der Widder gewinnen. Er muss siegen. Er muss sich selbst erhalten. Sonst wäre der Tierkreis beim Widder schon zu Ende.

Wo das Widder-Prinzip betont ist, will ein Mensch in irgendeiner Form gewinnen. Nicht unterliegen. Am Leben bleiben.

Szene 8 — Energie trifft auf Widerstand

BILD: Schema: Pfeil „Energie" trifft auf eine Wand, staut sich, Textkarte „Energiestau = Aggression"

Jetzt zum Menschen. Die Widder-Energie ist nur ein Merkmal unter vielen. In der wirklichen Welt trifft sie sofort auf anderes. Auf Räume. Auf Grenzen. Auf Widerstand.

Trifft Energie auf Widerstand, staut sie sich. Es kommt Nachschub, der Stau wächst. Irgendwann will die gestaute Energie den Widerstand brechen. Gelingt das nicht, entsteht das, was Hensel Aggression nennt. Gestaute Energie. Nicht mehr, nicht weniger.

Daraus macht die APL einen Leitsatz. Hensel formuliert ihn bewusst absolut: Eine Widderbetonung bedeutet ein Aggressionsproblem. Immer. Gemeint ist nicht Gewalt. Gemeint ist ein Thema mit gestauter Energie. Wie es aussieht und wie es sich löst, lernst du später. Für jetzt: Behalte es im Hinterkopf. Und sag es niemandem ins Gesicht. Das wäre albern.

Szene 9 — Die Ur-Angst

BILD: Textkarte „Ur-Angst: vor Schwäche"

Ums Überleben kämpfen hat mit einem Gefühl von Stärke zu tun. Und deshalb ist die größte Angst des Widder-Prinzips die Angst vor dem Gegenteil. Die Angst vor Schwäche.

Schwäche widerspricht dem Kern des Widders am heftigsten. Deshalb geht das Prinzip allem aus dem Weg, was schwach oder krank ist. Oft unbewusst. Und eigene Schwächen werden weggedrängt, um das Bild von Stärke zu halten.

Die Aufgabe liegt in dieser Spannung. Der Energie ein Ziel geben, statt sie zu stauen. Und die eigene Schwäche nicht wegdrängen.

Szene 10 — Im Geburtsbild erkennen

BILD: Radix, Sonne im Widder, Mars im vierten Feld hervorgehoben

Woran erkennst du das erste Prinzip in einem Geburtsbild? An drei Orten. Stehen Sonne, Mond oder der Aszendent im Widder, ist das Prinzip stark betont. Wo Mars steht, wirkt die Widder-Energie. Und Planeten im ersten Feld bringen ihr Prinzip mit Widder-Energie zur Geltung.

Ein Beispiel. Die Sonne steht im Widder, Mars im vierten Feld. Das erste Prinzip ist über die Sonne stark betont. Und der Mars zeigt, wo die Energie reagiert. Du weißt jetzt: Hier ist ein Thema mit gestauter Energie angelegt. Die Ur-Angst heißt Schwäche.

Szene 11 — Merksatz

BILD: Textkarte mit dem Merksatz, darunter „Weiter zum Selbsttest"

Das ist, so Hensel, im Kern alles, was man über Widder, Mars und Feld 1 wissen muss. Ohne dieses Prinzip gäbe es nichts von dem, was folgt. Wer es betont hat, trägt die Kraft des Grashalms in sich. Die Aufgabe ist nur, ihr ein Ziel zu geben.

Merk dir: Widder, Mars und Feld 1 sind reine, richtungslose Überlebensenergie. Sie reagiert, staut sich am Widerstand und fürchtet nichts so sehr wie Schwäche.

Prüf dein Wissen im Selbsttest. Dann geht es weiter mit dem Stier. Dort wird aus Energie zum ersten Mal Materie.