Lesetext: Widder · Mars · Feld 1
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Ur-Energie ohne Richtung
Im Widder-Prinzip gibt es keine Formen, keine Gestalten, keine Räume. Es gibt nur das, was Hensel Ur-Energie nennt: die Energie, die in allem enthalten ist, was lebt. Alle Kulturen haben dafür Namen gefunden. Die Chinesen nennen sie Chi — daher Tai Chi. Die Japaner nennen sie Ki — die mittlere Silbe von Aikido. In Indien heißt sie Prana, und Pranayama sind Atemübungen, mit denen man Lebensenergie in den Körper leitet.
Auch Europa hat versucht, diese Energie zu benennen. Wilhelm Reich nannte sie Orgon. Sigmund Freud prägte den Begriff Libido, bezog ihn aber vor allem auf die Sexualität. Sein Schüler Carl Gustav Jung, auf den dieser Kurs oft zurückkommt, fasste Libido weiter: als die Urkraft, die Lebensenergie an sich. In diesem Jung'schen Sinn entspricht die Libido dem, was die APL unter dem Widder-Prinzip versteht.
„Widder gleich Mars, gleich erstes Feld" ist also zunächst nichts weiter als reine Energie, die bereitsteht, damit aus ihr Leben entstehen kann. Hensels Bild: Widder ist wie Benzin. Solange es keine Autos gibt, nützt das Benzin nichts. Aber jedes Auto braucht Benzin, um fahren zu können. Widder ist die Energie, die nötig ist, damit Leben überhaupt in Erscheinung treten kann.
Jetzt kommt der entscheidende Gedanke. Wenn am Anfang des Tierkreises nur diese Energie existiert, dann gibt es außer ihr nichts. Keinen Raum, in dem sie sich aufhält. Und — das ist wichtig — auch keine Richtung. Denn eine Richtung bräuchte ein Ziel, und ein Ziel wäre etwas anderes als die Energie selbst. Im Widder gibt es dieses andere noch nicht. Die Widder-Energie ist aus sich selbst heraus richtungslos.
Hensel gibt dazu ein Bild, das er selbst als „hinkend" bezeichnet, weil es im Widder noch keine Teilchen gibt: Stell dir Metallspäne vor, die lose auf einer Glasplatte liegen. Sie liegen da und führen ein Dasein. Sonst nichts. Richtungslos, in gewissem Sinn sogar bewegungslos.