Lesetext: Grundlagen zum Geburtsbild
| Website: | APL-Campus |
| Kurs: | Block A – Einführung & Tierkreis (DE) |
| Buch: | Lesetext: Grundlagen zum Geburtsbild |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Donnerstag, 3. September 2026, 16:53 |
Beschreibung
Lesetext zur Lektion. Nutze das Inhaltsverzeichnis rechts, um zwischen den Kapiteln zu wechseln.
Inhaltsverzeichnis
- Überblick und Lernziel
- Das Geburtsbild — ein Spiegel des Lebens
- Wie genau muss die Geburtszeit sein?
- Drei Bausteine: Zeichen, Planeten, Felder
- Die Grundregel: Zeichen = Planet = Feld
- Der Aszendent — das Baumaterial
- Das Medium Coeli — was daraus wird
- Feldersysteme: Placidus
- Mondknoten
- Wie schnell laufen die Planeten?
- So lernst du mit diesem Kurs
- Selbstprüfung
Überblick und Lernziel
Lernziel — nach dieser Lektion kannst du …
- die Bausteine eines Geburtsbildes benennen — Tierkreiszeichen, Planeten, Felder, Aszendent und Medium Coeli — und in der Grafik zeigen, wo sie liegen.
- die Grundregel der AstroPolarity-Lehre erklären: Zeichen = Planet = Feld. Zu jedem der zwölf Zeichen kannst du den zugehörigen Planeten und das Feld nennen.
- die Umlaufzeiten der Planeten grob einordnen und sagen, warum Saturn, Uranus, Neptun und Pluto als langsam laufende Planeten gelten.
Vorwissen: keines. Das ist die erste Lektion des Kurses.
Das Geburtsbild — ein Spiegel des Lebens
Ein Geburtsbild zeigt den Himmel zum Zeitpunkt deiner Geburt, gesehen vom Geburtsort aus. Landläufig sagt man dazu Horoskop. Die AstroPolarity-Lehre (APL) von Peter-Johannes Hensel spricht bewusst vom Bild: Es ist eine Darstellung, die man betrachtet und liest.
Ein Geburtsbild ist ein äußerst komplexes Gebilde. Sehr viele Merkmale stehen in sehr unterschiedlichen Verhältnissen zueinander. Hensel nennt es einen Spiegel des Lebens — und das Leben selbst ist genauso komplex. Wer es durchschauen will, muss es auf einfachere Strukturen zurückführen.
Genau das ist das erste Kennzeichen der APL: das Prinzip der Reduzierung. Komplexe Zusammenhänge werden auf das Wesentliche vereinfacht. Das ist keine Verflachung. Im Gegenteil: Je einfacher eine Methode an komplexe Zusammenhänge herangeht, desto klarer und genauer werden später die Aussagen. „Es ist nicht die Frage, wie viel Sie wissen, sondern was Sie wissen", sagt Hensel. Es geht um die Qualität des Wissens, nicht um die Menge.
Wie genau muss die Geburtszeit sein?
Das Rechnen übernimmt heute ein Programm. Trotzdem gibt es kein hundertprozentig exaktes Geburtsbild, weder im astronomischen noch im astrologischen Sinn. Der Grund liegt bei der Geburtsangabe selbst. Die meisten Menschen kennen ihre Geburtszeit aus der Urkunde oder von den Eltern, mehr oder weniger genau. Minuten- oder gar sekundengenau ist sie fast nie.
Deshalb wäre es unsinnig, die Berechnung ins Extreme zu treiben. Was das Programm liefert, ist hinreichend genau für fundierte Aussagen über die Anlagen eines Menschen. Hensels Rat dazu: „In dem Sinne bitte keine Sorge."
Drei Bausteine: Zeichen, Planeten, Felder
Ein Geburtsbild hat drei Arten von Bausteinen. Der äußere Ring ist der Tierkreis. Er besteht aus zwölf Zeichen zu je 30°, von Widder bis Fische. Der Tierkreis entspricht dem Lauf der Erde um die Sonne, also dem Jahr. Hensel nennt das die jahreszeitliche Prägung. Sie hängt am Tag der Geburt.
Im Tierkreis stehen die Planeten. Die APL arbeitet mit zehn: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. Sonne und Mond zählen dabei als Planeten, auch wenn sie astronomisch keine sind. Jeder Planet steht an einem bestimmten Grad in einem bestimmten Zeichen.
Der dritte Baustein sind die zwölf Felder. In vielen astrologischen Büchern heißen sie Häuser. Die Felder entstehen aus der Uhrzeit und dem Ort der Geburt — Hensel nennt das die tageszeitliche und örtliche Prägung, Zeit und Raum. Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um die eigene Achse. Deshalb ist das Feldersystem, so Hensel, ein auf 24 Stunden verkleinerter Tierkreis.
Erst die Verbindung von jahreszeitlicher und tageszeitlicher Prägung ergibt ein individuelles Geburtsbild. Menschen mit demselben Geburtstag haben dieselben Zeichenstellungen. Die Uhrzeit ist das Merkmal, das die Individualität im Besonderen hervorbringt.
Die Grundregel: Zeichen = Planet = Feld
Die APL geht davon aus, dass der Tierkreis das gesamte Leben und alles Lebendige widerspiegelt. Der Beginn des Tierkreises ist der Beginn des Lebens. Die zwölf Zeichen sind deshalb mehr als Abschnitte am Himmel: Sie sind zwölf Lebensprinzipien, die von 1 bis 12 aufeinander aufbauen und dabei immer vielschichtiger werden.
Jedes Lebensprinzip zeigt sich dreifach: als Tierkreiszeichen, als Planet und als Feld. Das erste Lebensprinzip findet seinen Niederschlag im Zeichen Widder, im dazugehörigen Planeten Mars und im analog zu sehenden ersten Feld. Hensel schreibt kurz: „Widder gleich Mars, gleich erstes Feld." Diese Grundregel gilt für alle zwölf Prinzipien.
| Nr. | Zeichen | Planet | Feld |
|---|---|---|---|
| 1 | Widder | Mars | Feld 1 |
| 2 | Stier | Stiervenus | Feld 2 |
| 3 | Zwillinge | Zwillingsmerkur | Feld 3 |
| 4 | Krebs | Mond | Feld 4 |
| 5 | Löwe | Sonne | Feld 5 |
| 6 | Jungfrau | Jungfraumerkur | Feld 6 |
| 7 | Waage | Waagevenus | Feld 7 |
| 8 | Skorpion | Pluto | Feld 8 |
| 9 | Schütze | Jupiter | Feld 9 |
| 10 | Steinbock | Saturn | Feld 10 |
| 11 | Wassermann | Uranus | Feld 11 |
| 12 | Fische | Neptun | Feld 12 |
Dir fällt auf: Zehn Planeten müssen auf zwölf Zeichen verteilt werden. Zwei Planeten werden deshalb zweimal vergeben. Venus gehört zu Stier und Waage, Merkur zu Zwillinge und Jungfrau. Damit das eindeutig bleibt, spricht die APL nie von der Venus allein, sondern von der Stiervenus oder der Waagevenus. Ebenso gibt es den Zwillingsmerkur und den Jungfraumerkur. Welche der beiden Naturen in einem Geburtsbild wirkt, wird mit einem eigenen Verfahren bestimmt. Das lernst du in Block B bei der Elementenlehre.
Diese Grundregel ist der Schlüssel zum ganzen Kurs. Hensel stellt deshalb den zwölf Lebensprinzipien einen Satz voran: „Ohne eine tiefe und genaue Kenntnis dieser 12 Grundlagen ist jedes weitergehende Verständnis astrologischer Zusammenhänge nicht möglich bzw. auf Sand gebaut." Die Lektionen A-02 bis A-13 gehen die Prinzipien der Reihe nach durch.
Der Aszendent — das Baumaterial
Der Aszendent (AC) ist der Punkt des Tierkreises, der zur Geburtszeit im Osten aufsteigt. Im Geburtsbild ist er die waagerechte Linie, die links beginnt — spiegelverkehrt zur Windrose. Der Aszendent ist die Spitze von Feld 1. So weit die Technik. Wichtiger ist, was der Aszendent inhaltlich bedeutet.
In der APL bekommt der Aszendent keine feste Vorab-Bedeutung. Was er für einen Menschen heißt, ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang seines Geburtsbildes. Grundsätzlich gilt aber: Der Aszendent ist die Uranlage, das Baumaterial, das ein Mensch zu Beginn seines Lebens mitbekommt.
Hensel erklärt das mit Bauklötzen. Ein Mensch bekommt blaue, rechteckige Klötze. Ein anderer bekommt grüne Kugeln. Beide können damit bauen, was sie wollen: eine Brücke, ein Krankenhaus, eine Schule, ein Hochhaus mit 20 Stockwerken. Aber beim ersten wird jedes Gebäude blau und eckig sein. Beim zweiten wird alles grün und rund. Die Anlage ist nicht änderbar — was man daraus macht, ist frei.
Ein zweites Bild: die Augenfarbe. Man kann farbige Kontaktlinsen tragen, aber die Augenfarbe darunter bleibt. So ist das Zeichen am Aszendenten die Ursubstanz, mit der ein Mensch sein Leben beginnt. Steht der Skorpion am Aszendenten, ist das achte Lebensprinzip dein Baumaterial. Stehen die Zwillinge dort, ist es das dritte. Es gibt also zwölf verschiedene Baumaterialien.
Das Medium Coeli — was daraus wird
Das Medium Coeli (MC), wörtlich die Himmelsmitte, entspricht dem Süden. Denk dir vom Geburtsort aus eine Senkrechte in den Himmel. Der Grad des Tierkreises, den sie trifft, ist das MC. Im Geburtsbild liegt es oben und bildet die Spitze von Feld 10.
Der Aszendent markiert den Beginn einer Anlagestruktur. Das MC markiert ihr Ende. Hensel gibt dem MC zwei Begriffe: die Bedeutung, die eine Anlage im Laufe des Lebens erlangt, und das Ergebnis, das sich aus Verhalten und Lebensweise am Ende einstellt. Beides kann ein Mensch in der Gegenwart nicht vollständig abschätzen. Im MC liegen Unwägbarkeiten: Was aus meinem Handeln folgt, ist im Moment des Handelns weder kalkulierbar noch beabsichtigt.
Zwischen Aszendent und MC besteht darum ein innerer Zusammenhang. Der Aszendent ist das, womit wir antreten. Das MC ist das, was wir daraus gemacht haben. Wir bauen blaue, eckige Gebäude — aber welche Bedeutung diese Bauwerke einmal haben werden, wissen wir noch nicht. Hensels Rat: Diesen Zusammenhang darfst du bei keinem Geburtsbild aus den Augen verlieren. Vertieft wird er in den Deutungskonzepten (Block F).
Feldersysteme: Placidus
Wo genau die zwölf Felder beginnen, hängt vom Feldersystem ab. Zwei Systeme sind verbreitet: Placidus und Koch. Placidus rechnet damit, dass die Erde eine Kugel ist. Koch geht von einer Fläche aus. Hensel empfiehlt aus jahrzehntelanger Erfahrung das Placidus-System. Damit arbeitet auch dieser Kurs und die Software, mit der du dein Geburtsbild berechnest.
Mondknoten
Viele astrologische Richtungen deuten die Mondknoten. Die APL verwendet sie nicht. Nach Hensels Erfahrung ist alles, was aus den Mondknoten abgelesen werden soll, aus anderen Faktoren des Geburtsbildes ersichtlich — deutlicher und tiefer gehend. Wer sich bereits mit Mondknoten beschäftigt hat, darf das weiter tun. In diesem Kurs kommen sie nicht mehr vor.
Wie schnell laufen die Planeten?
Von der Erde aus gesehen wandern die Planeten unterschiedlich schnell durch den Tierkreis. Die Sonne braucht für den ganzen Tierkreis genau ein Jahr. Auf ein Zeichen von 30° übertragen sind das ein Monat, auf ein Grad ein Tag. Der Mond ist um ein Vielfaches schneller: einen Monat für den Tierkreis, etwa zweieinhalb Tage je Zeichen, zwei Stunden je Grad.
| Planet | Ganzer Tierkreis | Je Zeichen |
|---|---|---|
| Sonne | 1 Jahr | 1 Monat |
| Mond | 1 Monat | ca. 2,5 Tage |
| Merkur, Venus | ca. 1 Jahr (Faustregel: wie die Sonne) | ca. 1 Monat |
| Mars | ca. 1,5 Jahre | ca. 6 Wochen |
| Jupiter | 12 Jahre | 1 Jahr |
| Saturn | 28–30 Jahre | ca. 2,5 Jahre |
| Uranus | ca. 84 Jahre | ca. 7 Jahre |
| Neptun | knapp 170 Jahre | 14–15 Jahre |
| Pluto | knapp 250 Jahre | 13 bis 33 Jahre |
Merkur und Venus laufen als Faustregel so schnell wie die Sonne. Mars ist etwas langsamer. Jupiter braucht schon zwölf Jahre und steht ein Jahr in jedem Zeichen — gilt aber noch als vergleichsweise schnell. Pluto ist eine Ausnahme: Seine Bahn ist stark elliptisch, deshalb schwankt seine Zeit je Zeichen zwischen 13 und 33 Jahren.
Saturn, Uranus, Neptun und Pluto sind die langsam laufenden Planeten. Sie stehen jahrelang im selben Zeichen. Beim Deuten werden sie später in besonderer Weise berücksichtigt: In der APL heißen sie auch kollektive Planeten und bilden mit den persönlichen Planeten die Konstellationsbilder (Block E).
So lernst du mit diesem Kurs
Hensel gibt seinen Lernenden wenige, klare Empfehlungen. Die erste: Arbeite die Lektionen der Reihe nach in Ruhe durch und springe nicht. Geh erst dann zur nächsten Lektion, wenn du zur aktuellen keine grundsätzlichen Fragen mehr hast. Der Campus setzt das als Voreinstellung um — die nächste Lektion öffnet sich nach Video und Selbsttest.
Die zweite: Wie viele Lektionen du in welcher Zeit bearbeitest, hängt nur von deinen Möglichkeiten ab. Es gibt keine Vorgabe. Wichtig ist, keine allzu langen Lernlücken zuzulassen, weil der Wiedereinstieg sonst beschwerlich wird. Gut ist eine konstante und angenehme Dosierung.
Die dritte: Beginne so früh wie möglich, parallel zum Lernen Geburtsbilder von Menschen zu betrachten, die du kennst. Das erhöht von Anfang an den Lerneffekt und das Sicherheitsgefühl. Vermeide anfangs Geburtsbilder von Menschen, die du persönlich nicht kennst. „Persönliches Kennen schützt zwar nicht vor Fehlbeurteilungen, diese lassen sich aber leichter erkennen und korrigieren."
Und eine Erwartung, die Hensel gleich zu Beginn zurechtrückt: Nach der Ausbildung bist du wie jemand, der gerade den Führerschein bestanden hat. Du hast einen Informationsüberschuss und ein Erfahrungsdefizit. Die Erfahrung kommt mit der Zeit und stellt sich dann in ein gutes Verhältnis zum Wissen. Wie lange das dauert, ist bei jedem Menschen anders.
Was dich im Kurs erwartet: Nach den zwölf Lebensprinzipien folgen Elemente, Quadranten und Aspekte. Dann kommen die 38 Konstellationsbilder — für Hensel „das Salz in der Suppe". Jeder Inhalt wird tiefenpsychologisch und systemisch begründet, denn: „Beschreiben kann eigentlich jeder. Aber begründen, warum diese Beschreibung so ist, wie sie ist, das ist noch etwas anderes." Die AstroMedizin ist von Anfang an eingebunden. Und die APL versteht sich als „work in progress": Wo spätere Lektionen etwas anders darstellen als frühere, zeigt das den Fortschritt der Lehre.
Selbstprüfung
- Schau auf dein eigenes Geburtsbild: Welches Zeichen steht am Aszendenten, welches am MC? Welches Lebensprinzip ist damit dein Baumaterial?
- Kennst du deine Geburtszeit aus der Urkunde oder nur ungefähr? Notiere dir, wie sicher die Angabe ist.
Merksatz: Ein Geburtsbild besteht aus Zeichen, Planeten und Feldern — und alle drei sind Erscheinungsformen derselben zwölf Lebensprinzipien.